Zu dieser Frage gibt es zwei belastbare Auswertungen, und sie widersprechen sich auf den ersten Blick.
Die blinq LLM-Quellen-Studie 2026 analysierte 250.000 Antworten auf rund 2.000 Prompts im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2026. Untersucht wurden ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity, verteilt auf Top- und Mid-Funnel-Fragen sowie auf B2B und B2C. Abgedeckt sind fünf Branchen: Tech und Software, Handel und E-Commerce, Finance und Insurance, Marketing und PR, sowie Industrie und Fertigung.
Die zweite Quelle ist die Auswertung What Is AI Reading von Muck Rack aus dem Mai 2026. Sie stützt sich auf über 25 Millionen Links, die ChatGPT, Claude und Gemini in ihren Antworten zitiert haben, verteilt auf 17 Branchen.
Der scheinbare Widerspruch: blinq ordnet 66,2 Prozent der Zitationen Corporate-Inhalten zu, Muck Rack 84 Prozent Earned Media. Beide Zahlen können stimmen, weil sie Verschiedenes messen. blinq fragt, wem eine zitierte Seite gehört. Muck Rack fragt, ob ein Inhalt verdient, gekauft oder selbst publiziert ist, und zählt dabei auch Verzeichnisse, Portale und Plattformen zum Earned-Bereich. Wer beide Studien nebeneinanderlegt, erhält dasselbe Bild aus zwei Richtungen: Sichtbarkeit in KI-Antworten entsteht auf der eigenen Website und über fremde Erwähnungen, so gut wie nie über bezahlte Platzierungen.
Beide Studien stammen von Anbietern, die im Feld Geld verdienen. blinq verkauft Software für KI-Sichtbarkeit, Muck Rack verkauft PR-Software. Das ist kein Grund, die Zahlen zu verwerfen, aber ein Grund, sie als Richtungsangabe zu lesen und nicht als Naturkonstante. Beide Erhebungen hängen außerdem stark davon ab, welche Prompts gestellt wurden.