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Preise

Was kostet eine Pressemitteilung? Preise 2026 im Überblick

Von Kathlen Bremer · Veröffentlicht am 12.08.2026 · Aktualisiert am 12.08.2026 · 7 min Lesezeit

Die kurze Antwort

Eine von einer PR-Agentur erstellte und verbreitete Pressemitteilung kostet in Deutschland üblicherweise zwischen 1.000 und 3.000 Euro (Industrie-Contact, Stand April 2026). Wer den Text selbst schreibt und nur die Verbreitung über Presseportale bucht, zahlt zwischen 2 und 10 Euro pro Veröffentlichung.
  • Im Agenturpreis stecken üblicherweise Briefing, Text, Abstimmung, Verteiler, Versand und Auswertung. Nicht jeder Anbieter rechnet alle diese Posten ein.
  • Reine Portalverbreitung ohne redaktionelle Arbeit kostet ab 2,00 Euro pro Veröffentlichung im Großpaket und 9,90 Euro als Einzelkauf (pressemitteilung.org, Stand August 2026).
  • Deutsche PR-Agenturen arbeiten mit Tagessätzen von 800 bis 1.800 Euro. In München liegen die Sätze 20 bis 30 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (Agenturmatching, Mai 2026).
  • Eine Veröffentlichung im redaktionellen Teil lässt sich seriös nicht garantieren. Zusagen kann ein Anbieter allein bezahlte Platzierungen, und die tragen eine Anzeigenkennzeichnung.
Schreibtisch mit Notizen zur Kalkulation einer Pressemitteilung

Inhalt

  1. Was kostet eine Pressemitteilung im Durchschnitt?
  2. Welche Leistungen sind im Preis enthalten?
  3. Woraus setzt sich der Preis zusammen?
  4. Pressemitteilung selbst schreiben oder Agentur beauftragen?
  5. Woran erkennen Sie ein unseriöses Angebot?

Was kostet eine Pressemitteilung im Durchschnitt?

Für eine Pressemitteilung, die eine Agentur konzipiert, schreibt, abstimmt und verbreitet, liegen die marktüblichen Preise zwischen 1.000 und 3.000 Euro. Diese Spanne nennt die Hamburger Agentur Industrie-Contact in ihrer zuletzt im April 2026 aktualisierten Kostenübersicht.
Andere Anbieter schlüsseln feiner auf. Die Agentur Wordsmattr beziffert die reine Texterstellung mit 500 bis 1.000 Euro, Versand und Platzierung mit weiteren 1.000 bis 2.000 Euro (Stand April 2026). Zusammengenommen ergibt das denselben Rahmen. Die Aufteilung zeigt aber, dass Text und Verbreitung zwei getrennte Kostenblöcke sind. Wer Angebote vergleicht, prüft deshalb zuerst, welcher der beiden im genannten Preis überhaupt steckt.
Nach unten ist die Spanne offen. Presseportale verbreiten Mitteilungen ab 2,00 Euro pro Veröffentlichung im 3.000er-Paket und ab 9,90 Euro im Einzelkauf. Bei Portalen wie openPR ist die Veröffentlichung sogar kostenlos. Den Abstand zur Agentur macht nicht die Verbreitung aus, sondern alles, was davor liegt: Themenfindung, Recherche, Schreiben und der Zugang zu Redaktionen, die Portalmeldungen gar nicht erst lesen.
HEADLINE Communications berechnet für eine vollständig erstellte und verbreitete Pressemitteilung 1.000 Euro. Das liegt am unteren Rand der Marktspanne und schließt Konzeption, Text, zwei Korrekturschleifen, Versand und Auswertung ein.

Welche Leistungen sind im Preis enthalten?

Was Anbieter „Pressemitteilung“ nennen, ist selten ein einzelnes Dokument. Dahinter steckt ein Bündel aus fünf Arbeitsschritten. Fehlt einer davon im Angebot, lassen sich zwei Preise nicht mehr sinnvoll vergleichen.
  • Briefing und Themenfindung. Aus einer Unternehmensnachricht wird ein Anlass, über den eine Redaktion berichten würde. Über den Erfolg der Meldung entscheidet dieser Schritt stärker als der fertige Text.
  • Text und Abstimmung, meist mit zwei Korrekturschleifen. Der Umfang liegt typischerweise bei 2.000 bis 3.500 Zeichen plus Boilerplate.
  • Verteiler. Hier trennt sich Agenturarbeit von Portalverbreitung. Ein gepflegter Fachverteiler enthält die Redaktionen und Journalisten, die zum Thema tatsächlich schreiben.
  • Versand und Nachfassen zum passenden Zeitpunkt, mit persönlicher Ansprache der wichtigsten Häuser.
  • Monitoring und Clippings. Dieser Posten fehlt in vielen Angeboten. Fragen Sie ausdrücklich danach.

Woraus setzt sich der Preis zusammen?

Leistung
Typischer Aufwand
Rechnerische Spanne
Anmerkung
Briefing und Themenfindung
1–2 Stunden
105–300 €
Entfällt weitgehend bei laufender Betreuung
Text und zwei Korrekturschleifen
3–5 Stunden
315–750 €
Der Kernposten jeder Kalkulation
Verteileraufbau und -pflege
2–4 Stunden
210–600 €
Beim ersten Auftrag höher als bei Folgeaufträgen
Versand und Nachfassen
2–6 Stunden
210–900 €
Größte Spanne, weil stark themenabhängig
Monitoring und Clippings
1–3 Stunden
105–450 €
Oft nicht im Angebot enthalten
Die Spannen sind gerechnet, nicht abgefragt. Grundlage sind die Stundensätze des DPRG-Honorarbarometers, im Median 105 Euro für Text und Redaktion und 140 Euro für Projektmanagement, sowie die von Agenturen genannte Bandbreite von 100 bis 250 Euro pro Stunde. Die Stundenangaben stammen aus unserer eigenen Arbeit und sind keine Studiendaten. Die DPRG-Werte gehen auf eine ältere Erhebung zurück und dürften heute am unteren Rand liegen.

Pressemitteilung selbst schreiben oder Agentur beauftragen?

Beides kann richtig sein. Ausschlaggebend ist weniger das Budget als die Frage, wie erklärungsbedürftig das Thema ist und wie viel Zeit intern wirklich zur Verfügung steht.
Kriterium
Eigenleistung
Agentur
Direkte Kosten
0–10 € pro Portalveröffentlichung
1.000–3.000 € pro Mitteilung
Interner Zeitaufwand
ein halber bis ganzer Arbeitstag
ein bis zwei Stunden Briefing
Verteiler
Portalverteiler, keine persönlichen Redaktionskontakte
gepflegter Fachverteiler, persönliche Ansprache
Chance auf redaktionelle Aufnahme
gering, außer bei starkem Nachrichtenwert
höher, aber niemals garantiert
Sinnvoll bei
wiederkehrenden Routinemeldungen, vorhandener Textkompetenz
erklärungsbedürftigen Themen, knapper interner Kapazität
Die Zeitangaben sind Erfahrungswerte, keine erhobenen Daten.
Eine einzelne Pressemitteilung ist selten eine gute Investition, gleich wer sie schreibt. Redaktionen bauen Vertrauen über wiederkehrende, verlässliche Absender auf. Wer beurteilen will, ob Pressearbeit für das eigene Unternehmen funktioniert, sollte dafür mindestens sechs Monate und mehrere Meldungen ansetzen.

Woran erkennen Sie ein unseriöses Angebot?

Der Markt für Pressearbeit ist nicht reguliert, und Preisangaben sind selten vergleichbar. Vier Warnsignale lassen sich auch ohne Branchenkenntnis prüfen.
  • Garantierte Veröffentlichung im redaktionellen Teil. Redaktionelle Entscheidungen sind nicht käuflich. Zusagen lassen sich ausschließlich bezahlte Platzierungen, und die müssen nach dem Pressekodex als Anzeige oder Advertorial gekennzeichnet sein. Wer Ihnen eine garantierte redaktionelle Veröffentlichung verspricht, meint entweder eine bezahlte Platzierung oder ein Portal ohne Redaktion.
  • Preis ohne Leistungsumfang. Solange offen bleibt, ob Text, Verteiler, Versand und Monitoring enthalten sind, sagt eine Zahl nichts aus.
  • Reichweitenzahlen ohne Quelle und Stichtag. „Über zwei Millionen Leser“ bleibt eine Behauptung, solange Erhebungsmethode und Zeitraum fehlen.
  • Keine Trennung zwischen bezahlt und verdient. Ein seriöses Angebot benennt vor Vertragsschluss, welcher Teil der Leistung eine gekaufte Platzierung ist und welcher Teil von der Entscheidung einer Redaktion abhängt.

Häufige Fragen

Was kostet eine Pressemitteilung bei einer Agentur?
Wie lange dauert die Erstellung einer Pressemitteilung?
Garantiert eine Pressemitteilung eine Veröffentlichung?
Was ist der Unterschied zwischen Pressemitteilung und Advertorial?
Lohnt sich eine einzelne Pressemitteilung überhaupt?
Kathlen Bremer, Geschäftsführerin der HEADLINE Communications GmbH

Kathlen Bremer

Geschäftsführerin, HEADLINE Communications GmbH
Kathlen Bremer führt die Hamburger PR-Agentur HEADLINE Communications und arbeitet seit Jahren mit mittelständischen Unternehmen an deren Sichtbarkeit in Medien, Suchmaschinen und KI-Systemen. Ihr Schwerpunkt liegt auf messbarer Pressearbeit und transparenten Leistungsversprechen.

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