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Was kostet ein Advertorial in Handelsblatt, WELT und Co.? Preise 2026

Von Kathlen Bremer · Veröffentlicht am 12.08.2026 · Aktualisiert am 12.08.2026 · 8 min Lesezeit

Die kurze Antwort

Ein Advertorial in einem deutschen Leitmedium kostet zwischen 1.500 und 30.000 Euro pro Platzierung. Den Ausschlag gibt fast immer eine einzige Frage: ob das Medium Reichweite garantiert oder nur den Platz verkauft.
  • Ohne garantierte Reichweite beginnen Handelsblatt, WELT und Focus Online bei etwa 1.500 bis 2.000 Euro pro Beitrag (Wordsmattr, Stand 2026).
  • Mit garantierter Reichweite kostet derselbe Platz 20.000 bis 30.000 Euro.
  • FAZ, Süddeutsche Zeitung und Die Zeit liegen bei 20.000 Euro aufwärts. Regionalmedien bewegen sich zwischen 500 und 3.000 Euro (einfach-in-die-presse, Stand Juni 2026).
  • Jedes Advertorial trägt nach § 5a UWG eine Anzeigenkennzeichnung. Diese Pflicht lässt sich nicht wegverhandeln, und sie beeinflusst die Wirkung stärker, als die meisten Angebote zugeben.
Aufgeschlagene Zeitschriftenseite mit einem kleinen Kennzeichnungsfeld in der oberen Ecke

Inhalt

  1. Was kostet ein Advertorial in den großen Medien?
  2. Welche Leistungen bestimmen den Preis?
  3. Preise nach Medium im Überblick
  4. Advertorial oder organische Presse?
  5. Was ein Advertorial für die KI-Sichtbarkeit leistet

Was kostet ein Advertorial in den großen Medien?

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot für dieselbe Website liegt oft der Faktor fünfzehn. Das klingt nach Willkür, hat aber einen klaren Grund.
Ein Advertorial ohne garantierte Reichweite ist ein Stellplatz. Der Beitrag erscheint, er ist über die Suche auffindbar, und damit endet die Zusage des Mediums. Für diese Variante nennt die Agentur Wordsmattr bei Handelsblatt, WELT und Focus Online Einstiegspreise von rund 1.500 bis 2.000 Euro.
Ein Advertorial mit garantierter Reichweite ist etwas anderes. Hier verkauft das Medium eine zugesicherte Zahl an Sichtkontakten und schaltet dafür Teaser auf der Startseite, in Newslettern oder in seinen Social-Kanälen. Beim Handelsblatt bewegt sich diese Variante Richtung 30.000 Euro, bei WELT über 20.000 Euro. Focus Online berechnet für 24 Stunden Startseite oder 500.000 garantierte Impressionen etwa 2.500 Euro Aufpreis.
Bei den überregionalen Qualitätstiteln liegt das Niveau von vornherein höher. Der Ratgeber von einfach-in-die-presse nennt für Stern rund 10.000 Euro online, für Spiegel ab etwa 15.000 Euro online und bis 80.000 Euro in Print, für die FAZ ab 20.000 Euro, für die Süddeutsche ab etwa 25.000 Euro und für Die Zeit meist ab 30.000 Euro. Regionalmedien sind mit 500 bis 3.000 Euro deutlich günstiger.
HEADLINE Communications platziert Advertorials in einem Netzwerk von über 30 Medien im deutschsprachigen Raum. Die Preise liegen bei 59 bis 199 Euro pro Woche bei einer Mindestlaufzeit von 52 Wochen, gerechnet also bei 3.068 bis 10.348 Euro für zwölf Monate Sichtbarkeit.

Welche Leistungen bestimmen den Preis?

Vier Faktoren erklären fast jede Preisdifferenz zwischen zwei Angeboten. Wer sie kennt, kann ein Angebot in wenigen Minuten einordnen.
  • Garantierte Reichweite oder nicht. Der mit Abstand größte Hebel. Ohne Zusage zahlen Sie für einen Platz, mit Zusage für Sichtkontakte. Zwischen beiden liegt beim selben Medium oft ein fünfstelliger Betrag.
  • Verweildauer. Manche Medien nehmen Advertorials nach drei oder sechs Monaten wieder vom Netz, andere lassen sie dauerhaft stehen. Für die Auffindbarkeit über Suchmaschinen ist das der entscheidende Unterschied, und er steht selten im Angebot. Fragen Sie danach.
  • Wer schreibt. Liefern Sie den fertigen Text, oder produziert die Redaktion ihn? Redaktionell erstellte Beiträge kosten mehr, lesen sich aber deutlich weniger nach Werbung.
  • Zusatzplatzierungen. Newsletter, Startseiten-Teaser, Social-Posts und Printausgabe werden einzeln berechnet und summieren sich schnell auf ein Vielfaches des Grundpreises.

Preise nach Medium im Überblick

Medium
Ohne garantierte Reichweite
Mit garantierter Reichweite
Quelle
Handelsblatt
rund 2.000 €
Richtung 30.000 €
Wordsmattr, 2026
WELT
1.500 bis 2.000 €
über 20.000 €
Wordsmattr, 2026
Focus Online
1.500 bis 2.000 €
rund 2.500 € Aufpreis für 500.000 Impressionen
Wordsmattr, 2026
Stern und Spiegel
nicht öffentlich beziffert
10.000 bis 15.000 € online
einfach-in-die-presse, Juni 2026
FAZ, Süddeutsche, Die Zeit
nicht öffentlich beziffert
20.000 bis 30.000 €
einfach-in-die-presse, Juni 2026
Alle Werte sind veröffentlichte Erfahrungswerte aus dem Agenturmarkt, keine offiziellen Preislisten der Verlage. Mediadaten werden im Advertorial-Geschäft in der Regel nicht öffentlich publiziert, und Konditionen hängen von Volumen, Laufzeit und Branche ab. Nutzen Sie die Zahlen als Größenordnung für die eigene Budgetplanung, nicht als Angebot.

Advertorial oder organische Presse?

Die beiden Wege schließen sich nicht aus, aber sie lösen verschiedene Probleme. Ein Advertorial kaufen Sie, wenn das Erscheinen planbar sein muss. Organische Berichterstattung erarbeiten Sie, wenn Glaubwürdigkeit das Ziel ist.
Kriterium
Advertorial
Organische Presse
Erscheinen
vertraglich zugesichert
offen, die Redaktion entscheidet
Kosten
1.500 bis 30.000 € pro Platzierung
im Honorar der laufenden Pressearbeit enthalten
Kennzeichnung
Pflicht als Anzeige oder Werbung
keine
Kontrolle über den Text
vollständig beim Auftraggeber
bei der Redaktion
Anteil an KI-Zitationen
0,3 Prozent aller zitierten Quellen
Teil der 84 Prozent Earned Media
Die Werte der letzten Zeile stammen aus der Muck-Rack-Studie vom Mai 2026.
In der Praxis ergänzen sich beide Instrumente. Ein Advertorial verschafft einem neuen Angebot sofort einen belegbaren Auftritt in einem bekannten Medium, den Sie im Vertrieb zeigen können. Redaktionelle Berichterstattung baut über Monate das auf, was ein gekaufter Beitrag nicht liefert: die Bestätigung durch jemanden, der nichts dafür bekommen hat.

Was ein Advertorial für die KI-Sichtbarkeit leistet

Hier wird es unbequem, auch für Anbieter wie uns.
Muck Rack hat im Mai 2026 über 25 Millionen Links ausgewertet, die ChatGPT, Claude und Gemini in ihren Antworten zitiert haben, verteilt über 17 Branchen. Das Ergebnis: 84 Prozent der Zitationen entfallen auf Earned Media, also auf Inhalte, über die Dritte aus eigenem Antrieb berichtet haben. Auf reinen Journalismus entfallen 27 Prozent. Auf bezahlte Inhalte und Advertorials entfallen 0,3 Prozent. Über drei Ausgaben der Studie seit Juli 2025 blieb der Earned-Media-Anteil stabil zwischen 82 und 89 Prozent.
Wer ein Advertorial kauft, um in ChatGPT-Antworten aufzutauchen, kauft dafür das falsche Produkt. Das sagen wir auch im Erstgespräch, obwohl Advertorials zu unseren eigenen Leistungen gehören.

Wofür ein Advertorial trotzdem das richtige Mittel ist

  • Planbarkeit. Wenn ein Termin steht, eine Finanzierungsrunde kommuniziert werden muss oder eine Messe ansteht, ist ein zugesichertes Erscheinungsdatum bares Geld wert.
  • Vertrieb. Ein Beitrag in einem bekannten Medium wirkt im Verkaufsgespräch und auf der eigenen Website, unabhängig davon, wie KI-Systeme ihn bewerten.
  • Sichtbarkeit bei Google. Advertorials mit langer Verweildauer ranken auf Markennamen und Nischenbegriffe. Beachten Sie dabei: Google verlangt für bezahlte Links die Kennzeichnung als sponsored oder nofollow. Wo Medien das korrekt umsetzen, vererbt der Link keine direkte Linkkraft.
  • Einstieg in ein Medium. Eine erste Platzierung erleichtert später den redaktionellen Kontakt, weil das Thema bereits im Haus bekannt ist.

Häufige Fragen

Was kostet ein Advertorial im Handelsblatt?
Muss ein Advertorial gekennzeichnet werden?
Wie lange bleibt ein Advertorial online?
Bringt ein Advertorial Backlinks für SEO?
Advertorial oder Pressemitteilung: was ist sinnvoller?
Kathlen Bremer, Geschäftsführerin der HEADLINE Communications GmbH

Kathlen Bremer

Geschäftsführerin, HEADLINE Communications GmbH
Kathlen Bremer führt die Hamburger PR-Agentur HEADLINE Communications und arbeitet seit Jahren mit mittelständischen Unternehmen an deren Sichtbarkeit in Medien, Suchmaschinen und KI-Systemen. Ihr Schwerpunkt liegt auf messbarer Pressearbeit und transparenten Leistungsversprechen.

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